Postive oder Negative Signale aus Bundesbern für den Schweizer Profi- und Breitensport?

Der Schweizer Profi-Sport lag auf der Intensiv-Station, kurz vor dem Kollaps. Obwohl auch Fussballklubs von der Kurzarbeit profitieren konnten, war dies nicht mehr als ein kleiner Tropfen in einem leeren Regen-Fass. Der Geld-Regen in Form von Zuschauereinnahmen ist seit dem Bundesratsbeschluss total zum Stillstand gekommen. Ob und wie Saison-Karten-Inhaber entschädigt werden oder Goodies erhalten steht in den Sternen, dazu hat sich noch kein Klub genauer geäussert. Der Bundesrat hatte schon vergangene Woche ein erstes positives Zeichen gesandt, indem er es den Profis wieder erlaubt hat ab dem 11. Mai unter erschwerten Bedingungen (Sicherheitskonzept) zu trainieren. Allerdings hat der Trainingsbeginn auch negative, finanzielle Folgen für die Klubs welche wieder trainieren seit dem 11. Mai, die beantragte Kurzarbeitsentschädigung fällt weg. Uns sind bisher nur 2 Vereine bekannt, denen das quasi egal ist. Der FC St. Gallen, aktueller Leader der Super-League und der Grasshopper-Club Zürich welcher in der „Crash“-Zeit des Lockdowns von den Chinesen quasi übernommen worden ist, seit daher scheint das Geld in strömen zu fliessen. Während quasi die ganze Weltwirtschaft am taumeln ist, haben die Chinesen die Wirtschaft wieder auf „Vordermann“ gebracht, logisch bei Ihnen ist das Virus ja auch viel früher ausgebrochen.
Nun hat der Bundesrat aber ein Paket geschnürt welches dem Profi- und Breitensport unter die Arme greiffen soll. Jetzt gibt es Millionen, zwar nur als Darlehen aber so sollen in den Fussball in den nächsten 2 Jahren rund 200 Millionen fliessen – im Gegensatz zum Eishockey welches mit 150 Millionen weniger als der Fussball erhält.
Eine hälft fliesst bereits dieses Jahr, die zweite Tranche soll 2021 folgen, falls „Corona“ den Profiklubs das Leben weiter schwer machen  sollte und der Spielbetrieb während mindestens 12 Monaten nur eingeschränkt möglich sein würde (danach sieht es aber leider – Stand heute aus).  Z.B. immer noch Geisterspiele stattfinden müssten.
Es ist aber weder der FC Sion noch der FC Servette der da direkt einen Geldsegen erhalten wird, denn Zuständig für die Kreditvergabe ist die Liga.
Originalzitat der Sportministerin Viola Amherd:
„Der Zusammenbruch der Ligen hätte enorme Auswirkungen auf die Nachwuchsförderung und Ausbildung, sowie andere Bereiche (z.B. Medien) “
Im übrigen steuert der Sport rund 1,7 % des BIP bei, rund 100’000 Arbeitsplätze hängen in der Branche. Auch gesellschaftspolitisch und gesundheitspolitisch hat der Sport eine zentrale Bedeutung.
Man hört ja immer wieder man müsse dem Sport nicht unter die Arme greiffen sind alles Grossverdiener – da danke ich dem Blick der eine „geniale“ Tabelle erstellt hat, was denn die Profi-Fussballer bei den Schweizer Vereinen so im Monat verdienen…

Allerdings sind die Kredite an Bedingungen geknüpft, somit wären wir beim etwas negativem Aspekt der Sache.

– Die Gelder dürfen nicht für die Deckung der überhöhten Spielergehälter eingesetzt werden. Die Klubs die den Kredit beanspruchen müssen Ihre Lohnsumme in den nächsten 3 Jahren um 20 Prozent senken, dies wird überprüft… (Sprich man kann dann nicht einfach das Kader und die teuren Spieler engagieren, sondern muss kleinere Brötchen backen – könnte zu einer noch grösseren Differenz zwischen oben und unten der Liga führen)

– Die Ligen müssen künftig einen solidarisch getragenen Sicherheitsfonds für künftige Risiken bilden (Nach Corona ist vor ???). Das Ziel dieser Massnahme, dass die Sport-Ligen 6 Monate überbrücken können, wenn nicht gespielt werden könnte. Amherd zog die Banken mit der Eigenkapital-Anforderung als Vergleich hinzu.

– Die Nachwuchsarbeit muss weitergeführt werden wie VOR der Krise. Sprich man kann nicht einfach die Juniorenabteilung still legen und den Profibereich „retten“.
Viola Amherd ist der Überzeugung, dass der Profi-Sport diese Kredite zurück zahlen kann, eine erste Tranche ist nach 5 Jahren fällig, die zweite nach 10.

Darlehen sollen auch für internationale Sportverbände geprüft werden und in der Schweiz ansässig sind. Ausgenommen sind aber sicher FIFA, UEFA, das IOK.
Das IOK soll sich zudem mit 50 Prozent an der Unterstützung beteiligen Kanton und Bund ebenfalls 50. n der Unterstützung beteiligen, Kantone und Bund zusammen ebenfalls mit 50 Prozent.

Aber auch der Breitensport erhält rund 150 Millionen. 50 Millionen für 2020 und sogar 100 für 2021. Im Gegensatz zum Profi-Sport müssen diese Beiträge nicht zurück bezahlt werden. Auch die J+S Subventionen werden für das Jahr 2020 voll entrichtet.

Sprich mit der Unterstützung des Profi-Sportes ist es wie mit den COVID-19 Krediten für die Unternehmen, man kann Geld beziehen, verschuldet sich aber, man geht davon aus, dass dies in der Wirtschaft innert 5 Jahren zurück gezahlt werden kann, im Profi-Sport hätte man 10 Jahre Zeit, allerdings muss man eine Tranche nach 5 Jahren retour bezahlen.

Servette trainiert ja weiterhin nicht, man wartet auf den Entscheid der Liga, es entzieht sich unserer Kentniss ob Servette hier von diesen Geldern profitieren will/kann. Ich persönlich bin optimistisch, da Servette momentan „finanziell“ doch recht gut aufgestellt erscheint.

Claudius Schäfer der CEO der Swiss Football League ist glücklich, dass der Bundesrat die Bedeutung des Profifussballes erkannt hat.
Zum Blick-Interview mit dem Liga-Boss betreffend den Krediten geht es HIER

Nun sind wir Fans natürlich gespannt wie es weiter geht – die Liga soll darüber am 29.05.2020 entscheiden – ein nicht zu unterschätzender Punkt ist das Vertragstheater.
Gemäss FIFA und UEFA sollten die Verträge „verlängerte“ Gültigkeit haben, bis zum Ende der Saison. Gemäss Schweizerischen Recht sind die Verträge bis zum Datum xy gültig und danach nicht mehr – in einem früheren Bericht hat Claudius Schäfer erwähnt, man ist daran eine Lösung zu finden, es kann nicht im Sinne der Sache sein, dass ein Spieler z.B. jetzt beim FC Basel unter Vertrag ist und dann nach dem 30.06.2020 für den FC St.Gallen in der selben „Saison“ kickt. Allerdings die Saison mit 36 Spielen abzuschliessen wird schlicht nicht möglich sein, wenn man wie geplant erst mitte Juni mit Geisterspielen starten will – diese würde dann wohl bis in den August gehen..
Wenn man sich auf den Modus 27 Spiele (jeder gegen jeden 3x) einigen könnte wäre es vielleicht mit englischen Wochen machbar.

Wir vom Servette Fanclub Deutschschweiz sind gespannt.