Stellungnahme des Präsidenten des Servette Fanclubs Deutschschweiz 1986 zu den Fanforderungen.

Wir erhielten eine E-Mail wie wir Deutschschweizer dies sehen mit dem „Protest“ aus der Westschweiz und der Tessiner Fanszene.
Da wir momentan keine Vorstandssitzung abhalten können / dürfen und auch unsere GV verschoben werden musste, handelt es sich hier um die persönliche Meinung von John Appenzeller dem Präsidenten des Servette-Fanclub Deutschschweiz 1986
Ich werde mich hier nicht über die allgemeine Lage und zur aktuellen Politik des Notstandes äussern, sondern beziehe mich einzig auf diese E-Mail und den Sport sprich Fussball im allgemeinen.
Bei vielen nicht Hardcore Fussball-Fans hört man immer die gleiche Leier, naja nicht schlimm, dann verschwinden halt paar Vereine, sind ja eh alles hochdottierte Gehälter und schlicht in keiner Relation zum normalen Arbeiter.
Ja dies mag so bei einigen Spielern der Fall sein, doch gemäss der Tabelle welcher die Zeitung Blick veröffentlich hat sind die Gehälter in der Schweiz nicht exorbitant hoch und bewegen sich vorallem beim FC Thun in einem relativ tiefen Rahmen. Servette unser Lieblingsverein, hat auch keine sehr hoch dotierten Spieler. Wenn es nun aber „reihenweise“ Profi-Klubs in den Konkurs treibt, ist der Schweizer Sport auch der Fussball im Eimer. Die Jahrelange gut geführte Nachwuchsarbeit ist für die Katze, der Schweizer Fussball „tot“.
Wir würden in den zukünftigen Jahrzehnten wohl keine Rolle mehr im Fussball spielen, weder in der Uefa Champions, Europa-League noch in der Nationalmannschaft. Ich befürchte wir würden zurück zum Amateur-Fussball gedrängt, dann spielen vielleicht noch 1-2 Profi-Klubs in der Schweiz, der Rest wären dann Amateur-Vereine wie z.B. der FC „Hinterbank“. Darum bin ich der Meinung es ist wichtig auch den Profi-Sport am Leben zu (er)-halten und zu unterstützen, wie es jetzt auch gemacht worden ist.  Ein kleiner Nachteil für mich persönlich sind die Bedingungen (20% weniger Lohnsumme – retour zahlen etc.)

Ich persönlich hätte mir auch gewünscht, dass die Swiss Football League etwas rascher entscheided und zwar dass die Meisterschaft fortgeführt wird, ob dann nur total 27 Runden oder doch die volle Anzahl sei mal dahin gestellt. Ein Abbruch finde ich suboptimal, was nimmt man als Massstab? Die Winterpausentabelle?  Die aktuelle? Das führt zu diskussionen und wohl auch klagen.
Ich finde da aber den Vorschlag des Sion Präsidenten Christian Constantin noch prüfenswert, er verweist darauf, dass 2021 die Meisterschaft in der Super-League mit 12 Teams stattfinden soll (z.b. nach 27 Runden – Saison beendet) . Es gibt keinen Absteiger und daher wohl auch keine Klagen. Aber zum Thema Geisterspiele oder nicht, hat der Constantin eine sensationelle Idee (meiner Meinung nach). Man soll die Spiele nur mit Heimfans austragen, nur mit Saisonkarteninhaber,  Reduzierte Kapazität (rund 1/4) – so ist wenigstens Stimmung im Stadion. Sicherheitskosten könnten auch gespart werden, sind ja nur Heimfans, man kennt von jedem die Adresse und könnte so im Notfall verfolgen. Abstand wäre dann auch kein Problem, es würde aber nur Sitzplätze geben und Abstand Abstand Abstand.
Ich persönlich fände dies noch eine Option.
Gleichzeitig natürlich alle Spiele am TV übertragen, ob man dafür zahlen muss oder Free-TV ist mir eigentlich egal, Hauptsache wieder Fussball! Ein anderer prüfenswerter Vorschlag finde ich, dass man die letzten Runden, nur jeweils in 1 Stadion durchführt, sprich jedes Stadion wird 1x berücksichtigt und halt wohl Bern (da in der Mitte) 3x. Man könnte so Kosten sparen seitens von Teleclub und SRF und man spielt dann nacheinander die Matches an einem oder 2 Tagen ab. Z.B. morgens um 10 start mit Spiel 1…  etc.

Meine „Lust“ auf Geisterspiele hält sich in Grenzen, aber besser Geisterspiele als gar kein Fussball oder Fussballspiel. Auch etwas ärgerlich, da Servette gerade einen Lauf hat(te) – die Gretchenfrage bei jedem Klub ist nun, was hat der Lockdown angerichtet? Wie fit sind die Spieler noch, dank Home-Training? Kann man die Pace halten?

Auch die Gesundheit ist natürlich ein Thema in Corona-Zeiten – ich denke mir die Spieler sind Top-Fit, gehören daher nicht zur Risiko-Gruppe und man sollte den Fussballbetrieb wieder aufnehmen. Ich denke mir die grosse Mehrheit der Spieler ist für RE-START.
Wenn jemand aus Angst wirklich nicht spielen will,  muss man das mit dem betreffenden anschauen und natürlich nicht per se verurteilen.

Hoffen wir also bald wieder Fussball zu sehen! Klar ein grosses ALLEZ SERVETTE!

Bliebed Gsund lueged uf Eu!